Wie schreibst du einen guten 30-Sekunden-Werbespot?
Ein guter Spot trägt eine Botschaft und führt zu einer konkreten Handlung. Schreibe fürs Hören: kurze Sätze, ein früher Absender, verständliche Zahlen und Raum für Pausen.
Wie viele Wörter passen in dreißig Sekunden?
Ungefähr achtundfünfzig bis siebzig deutsche Wörter sind ein Richtwert für normales Werbetempo. Lange Namen, Fremdwörter und bewusst gesetzte Pausen verändern die Laufzeit. Verbindlich ist die gemessene Aufnahme.
Wie Tempo und Pausen die Länge verändern
Pausen machen Aussagen verständlich. Wenn ein Satz nur mit hohem Tempo passt, ist häufig der Text zu lang. Entferne ein zweites Argument, bevor du den Sprecher hetzt.
Der Einstieg
Beginne mit einem konkreten Anlass oder einer erkennbaren Situation. Vermeide Fragen, auf die fast jeder mit Nein antworten kann. Ein kurzer Klang kann einen Raum öffnen, soll aber keine notwendige Information verdecken.
Wo der Markenname hingehört
Nenne den Absender früh genug, damit die folgende Aussage zugeordnet wird. Wiederhole ihn im Schluss, wenn das dramaturgisch passt. Ein Wortspiel darf die Aussprache des Namens nicht unverständlich machen.
Wann die Stimme allein stehen sollte
Eine wichtige Wendung oder ein ungewöhnliches Geräusch braucht manchmal keine Musik darunter. Höre, ob ein ruhiger Moment die Botschaft stärkt. Fülle nicht jede Pause automatisch mit einem Effekt.
Wann Musik hilft – und was Ducking ist
Musik kann Haltung und Rhythmus unterstützen. Ducking bedeutet, dass sie während der Sprache abgesenkt wird. Entscheidend ist das Ergebnis: Konsonanten, Namen und Termine müssen auch auf kleinen Lautsprechern verständlich sein.
Der Abbinder
Der Schluss verbindet Absender und Handlung. Eine zusätzliche Telefonnummer, Webadresse und Straßenanschrift können ihn überladen. Wähle den nächsten Schritt, den Menschen nach dem Hören wirklich ausführen sollen.
Musik sauber schneiden
Achte auf musikalische Phrasen und den letzten Sprachakzent. Ein hörbar abgebrochener Takt kann unfertig wirken. Ein bewusster Schnitt mit Soundlogo oder ein passender Ausklang sind Gestaltungsentscheidungen, die du an der kompletten Mischung prüfst.
Harter Schnitt oder Fade?
Ein Fade braucht Platz. Er soll nicht die letzte Silbe verschlucken. Ein harter Schluss kann funktionieren, wenn Musik, Stimme oder Soundlogo ihn tragen. Entscheide nach dem Hörtest und den Lieferanforderungen.
Radio oder Podcast: was sich ändert
Im Radio muss der Absender aus dem laufenden Programm heraus erkennbar werden. Im Podcast kann die Nähe zur moderierenden Stimme wichtiger sein. Ein und derselbe Schluss passt nicht automatisch zu beiden Hörsituationen.
Beispiel und Kürzung
Beispiel, erfunden: „Am Samstag wird die Werkstatt zur Bühne. Beim Hofkonzert der Manufaktur Eichenhof spielen regionale Bands zwischen Werkbänken und Holzspänen. Ab sechzehn Uhr, Eintritt frei. Manufaktur Eichenhof: komm vorbei und hör dich um.“ Kürzung: „Hofkonzert in der Manufaktur Eichenhof: Samstag ab sechzehn Uhr, Eintritt frei. Komm vorbei und hör dich um.“
Häufige Fehler
Zu viele Angebote, ein zu später Absender, unsprechbare Abkürzungen und mehrere Handlungsaufforderungen schwächen den Spot. Lies den Text einer Person vor, die das Briefing nicht kennt. Lass sie Botschaft und nächsten Schritt wiedergeben.